Was ist Irish Dance?

Aller Anfang ist.. leicht!?

Traditionell fangen in Irland Kinder im Alter von vier bis fünf Jahren zu tanzen an. Natürlich ist es trotzdem kein Problem, eine Tanzkarriere bei uns als Teenager oder Erwachsener zu starten! Unsere Trainer arbeiten erfolgreich mit Tänzern und Tänzerinnen aller Altersstufen, und werden euch auch ohne tänzerische Vorkenntnisse helfen, die für Irish Dance benötigte Fußtechnik, Körperhaltung und -spannung, Flexibilität und Muskelkraft zu erlangen!

In der ersten Schnupperstunde kann entweder nur zugesehen werden, oder ihr stürzt euch mit einem Trainer in die ersten Basis-Schritte! Am Anfang werden das “hop-2-3”, eine Chassé-ähnliche Bewegung, die “sevens and threes”, eine der wichtigsten Seitwärtsbewegungen, und “Jump-2-3s”, die ersten einfachen Sprünge erlernt. Die meisten Tänze des ersten Levels “Beginners” basieren auf diesen Elementen.

Arten von irischen Tänzen

Prinzipiell unterscheiden wir im Irish Dance zwischen zwei großen Gruppen von Tänzen: Solotänze und Céilís.

Bei den Solotänzen gibt es 6 Arten der Tänze, die sich jeweils in der Taktart, der Geschwindigkeit der Musik, und der Art der Schuhe, mit denen sie getanzt warden, unterscheiden. Sie heißen Reel, Light Jig, Slip Jig, Single Jig, Heavy Jig und Hornpipe. Diese werden bei Turnieren (sogenannte Feisanna) in 4 verschiedenen Levels getanzt. Die Levels heißen – aufsteigend nach Schwierigkeitsgrad – Beginners, Primary, Intermediate und Open. Eine Ausnahme bilden hier Light Jig und Single Jig, die in Open nicht mehr getanzt werden.

Ein Solotanz ist eine Einheit, die aus einzelnen “Schritten” zu je 16 bars (Takte) besteht. Jeder Schritt besteht aus zwei Schritthälften zu je 8 bars, die zuerst beginnend mit dem rechten Fuß (wir nennen das meist dann die “rechte Seite” des Schrittes), und anschließend beginnend mit dem linken Fuß (“linke Seite”) getanzt werden. Diese Schritte werden in einer von den Lehrern festgelegten Reihenfolge getanzt. Außerdem sind die Tanzschritte aller Tänze weltweit unterschiedlich und sehr vielfältig, da sie von den jeweiligen Lehrern erarbeitet und zusammengestellt werden. Der Anfangsschritt jedes Tanzes wird “Lead” genannt, ab dann haben sie numerisch aufsteigende Namen, beginnend bei “First step”. Die Anzahl der Schritte pro Tanz, die bei einem Feis getanzt werden müssen, variieren manchmal von Region zu Region. Die Region in der wir antreten heißt Mainland Europe, und umfasst Kontinentaleuropa ohne die nordischen Länder Dänemark, Schweden, Finnland und Norwegen. Wenn ihr vor einem Turnier nicht sicher seid, müsst ihr keine Angst haben: Wie viele und welche Schritte ihr genau in welchem Tanz zeigen müsst, üben unsere Trainer vor jedem Turnier mit euch!

Hier könnt ihr die Tänze und Geschwindigkeiten der Region Mainland Europe sehen:

Tanz Takt Beginners
Speed*
Primary
Speed*
Intermediate
Speed*
Open
Speed*
Tanzschuhe
Reel 4/4 121/123 116/118 113 113 Soft Shoe
Light Jig 6/8 116 116 116 / Soft Shoe
Slip Jig 9/8 121 118 113 113 Soft Shoe
Single Jig 6/8 123 123 121 / Soft Shoe
Heavy Jig 6/8 89 79 73 73 Hard Shoe
Hornpipe 4/4 142 130 113 113 Hard Shoe

*= Geschwindigkeit in bpm (beats per minute)

Besondere Ausnahmen bei den Solotänzen sind die Traditional und Non-Traditional Set Dances.

Traditional Set Dances haben sowohl musikalisch als auch schrittechnisch eine weit zurückreichende Geschichte – manche von ihnen datieren sogar bis ins 17. Jahrhundert zurück! Ihre Schritte sind weltweit fast gleich, und werden zu einem bestimmten Musikstück entsprechenden Namens getanzt. Ein berühmtes Beispiel hierfür ist der St. Patrick’s Day.

Non-traditional Set Dances werden bei Open Championships getanzt.

Open Championships sind Bewerbe des obersten Levels, und sie sind in drei Runden aufgeteilt. In der ersten Runde, der „Heavy Round“, wird jeweils entweder Heavy Jig oder Hornpipe getanzt, in der zweiten Runde, der „Soft Round“, entweder Reel oder Slip Jig. Burschen bzw. Herren tanzen in der Soft Round ausschließlich Reel. Die dritte und finale Runde ist die „Set Dance Round“, wo die Bewerber einen Non-traditional Set Dance ihrer Wahl tanzen dürfen. Sie müssen aus der Liste der „Set Dance Tunes“, also Melodien bzw. Liedern mit festgelegten Taktzahlen, ausgewählt werden. Diese sind ebenfalls Musikstücke mit langer Tradition, und sind entweder ein Heavy Jig oder Hornpipe. Die Auswahl der „Tune“, dessen Geschwindigkeit, und die Auswahl der Schritte ist vom Lehrer auf den Tänzer ganz persönlich „zugeschnitten“ – selbst innerhalb einer Tanzschule gibt es sehr selten zwei Tänzer oder Tänzerinnen, die exakt den gleichen Non-traditional Set Dance haben.

Céilís – die Gruppentänze

Natürlich gibt es im Irish Dance auch Gruppentänze. Die kleinstmögliche Gruppe sind 2 Personen, manche Tänze sind allerdings sogar für eine unbegrenzte Anzahl von Tänzern und Tänzerinnen geeignet.

Bei einem Feis können 2-Hand Reels und 3-Hand Reels getanzt werden – die „kleinen“ Gruppentänze haben eine fixe Taktanzahl, die mit eigenen Schritten zu füllen ist. Für 4-Hand Reels und 4-Hand Jigs, 6-Hand Reels, 8-Hand Reels und 8-Hand Jigs, und 16-Hand Reels gibt es ein Buch mit Tänzen, die jeweils vorgegebene Schritte haben – sie sind also ähnlich den Traditional Set Dances international identisch. Die Musik ist hier aber nicht immer vorgegeben.

Long Dances sind quasi Großgruppentänze, und funktionieren mit einer beliebigen Anzahl von Tanzpaaren. Hierfür gibt es wieder vorgegebene Schritte, jedoch werden sie bei Feisanna nicht getanzt.